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TestDaF

 

Bei Sprachstudenten, die sich auf eine Aufnahmeprüfung an der Universität vorbereiten, kursiert immer wieder das Gerücht, TestDaF sei leichter als die DSH. Das ist falsch. TestDaF ist nicht "leichter", sondern anders. Sicherlich aber teurer.

In dem Bestreben, den gängigen Prüfungen, die alle auf die jeweils gewünschten Zwecke zugeschnitten sind, eine einheitliche und möglichst umfassend anerkannte Prüfung entgegenzusetzen, haben sich Institutionen mit unterschiedlichsten Interessen zusammengesetzt und als Kompromiss die TestDaF-Prüfung geboren.

Die TestDaF-Prüfung besteht aus den vier Teilen

- Leseverstehen

- Hörverstehen

- Schriftlicher Ausdruck

- Mündlicher Ausdruck

 

  


Die Prüfung gilt als bestanden, wenn der Teilnehmer mindestens die Niveaustufe 3 (TDN3 der 5 TestDaF-Niveaustufen) in allen vier Prüfungsteilen erreicht hat. Eine bestandene TestDaF-Prüfung berechtigt zum Studium an einer deutschen Universität. Die Münchner Universitäten LMU, TU und FHS verlangen in der Regel TDN 4, zum Leidwesen mancher Professoren, Dozenten und Institute, die die Deutschkenntnisse eines TestDaF-Absolventen zur Aufnahme eines Fachstudiums oft nicht für ausreichend halten.

Ein Blick auf die vier Teile dieser Prüfung zeigt, dass Grammatik nicht getestet wird. Das gilt als modern und besonders fortschrittlich. Natürlich kommt der Kandidat um Kenntnisse der deutschen Grammatik und Syntax nicht herum, wenn er bestehen will. Am Beispiel der Vorgaben zum Prüfungsteil "Schriftlicher Ausdruck" soll hier exemplarisch gezeigt werden, welcher Typus Student besser die Finger von der DSH lassen und sich auf die TestDaF-Prüfung vorbereiten sollte:

 

 

Dieser Prüfungsteil besteht immer aus einer Beschreibung eines Diagramms. Gefordert wird das einschlägige Vokabular, das in mehr oder weniger gestanzten Sätzen in der gewünschten Reihenfolge zu Papier gebracht werden muss. Die Aufgabe für den Prüfling  besteht also darin, eine vorher auswendig gelernte Schablone mit den Begriffen aus dem Diagramm zu füllen, wobei peinlichst genau auf die Form und weniger auf den Inhalt des zu Papier zu bringenden geachtet wird. Dasselbe Schema ist gefordert bei den Fragen nach den vermuteten Gründen für das Steigen/Fallen des Subjekts des Diagramms, ditto bei der Frage, wie sich "das" im jeweiligen Heimatland verhalte.

Auswendig lernen und schablonenhaft denken sind neben einigen Deutschkenntnissen die bei dieser Prüfung geforderten Fertigkeiten. Wer sich nicht die Freiheit erhalten will zu argumentieren, wer sich durch die Aufgabenstellung nicht eingeengt fühlt und, womöglich sogar gerne, darauf verzichtet, Wissenselemente einzubringen, liegt bei TestDaF also genau richtig. Alle anderen sollten sich für die DSH entscheiden.

Der Preis für eine TestDaF-Prüfung liegt bei satten 150 Euro. Da diese Prüfung im Unterschied zur DSH beliebig oft wiederholt werden darf, kann am Ende ein stattlicher Betrag zusammenkommen.

Der Kandidat erhält die Prüfungsergebnisse nach 6 - 8 Wochen. Da sich die lange Korrekturdauer oft mit dem Anmeldeschluss der Universitäten überschneidet, sollte der Kandidat vor der Anmeldung zur Prüfung genau nachrechnen.

Eine bestandene TestDaF-Prüfung ersetzt nicht die Feststellungsprüfung an Studienkollegs!

Die Prüfungstermine finden Sie unter www.testdaf.de.

 

Vorbereitung auf die TestDaF-Prüfung

Die TestDaF-Prüfung ist überall gleich schwierig - oder einfach, je nachdem, wie man es sehen will. Sehr unterschiedlich sind dagegen die angebotenen Vorbereitungskurse: Viele entsprechen nicht den Ansprüchen, die für diese Prüfung notwendig sind: Gruppen von 30 Studenten, zu wenig Wochenstunden, unterbezahlte, unmotivierte und unqualifizierte Dozenten, überteuerte Kurse - all das wird als "erfolgreiche Vorbereitungskurse" angeboten. Deshalb ist eine  sorgfältige Kurswahl entscheidend (siehe auch: Welcher Kurs ist der richtige?).