Der Weg zum Studium in Deutschland
Studiengebühren
Studiengebühren sind
in Deutschland politisch umstritten. Da Bildungspolitik in den Händen der
Länder liegt, muss man in einigen Bundesländern bis maximal 500 Euro pro
Semester bezahlen, in anderen ist das Studium frei. Die Gebühren von 500 Euro pro
Semester liegen deutlich unter dem Satz
vergleichbarer europäischer Länder bzw. denen der USA.
Nur in wenigen europäischen Ländern ist heute ein kostenloses Studium
noch möglich. Vergleicht man die hochschulrelevanten Länder, ist ein Studium in Deutschland noch relativ günstig:
| Großbritannien | 1.000-14.000, je nach Fachrichtung für EU-Ausländer, 10.000-35.000 für Nicht-EU-Ausländer |
| Italien | 430 - 3000 |
| Österreich | 720 für EU-Ausländer, 1.450 für Nicht-EU-Ausländer |
| Niederlande | rund 1.500 |
| Frankreich | 150-420, für private Hochschulen im Schnitt 5.500 |
| Finnland | 3.500-12.000 für Nicht-EU-Studenten (geplant) |
| Schweiz | 1.200-5.000 |
| Japan | staatliche Unis rund 3.900, private Unis 8.000 |
| USA | staatliche Unis im Schnitt 3.500, private Unis ab.16.000 |
(Angaben in Euro pro Jahr, Gebühren unterliegen der Veränderung)
Angesichts der allgemein als gut bekannten Ausbildung an deutschen
Universitäten und dem Top-Ranking der beiden Münchner Unis TU und LMU ist das Preis-Leistungsverhältnis
ein Argument, sich für ein Studium in München zu entscheiden.
Geschichtliches Das Pro und Contra
von
Studiengebühren wurde in Deutschland über Jahre hinweg diskutiert. Die
Befürworter von Studiengebühren argumentieren damit, dass Studenten, die für
ihr Studium zahlten, ihre Aufgabe ernsthafter und konzentrierter angingen und
zügiger zu einem Studienabschluss kämen. Außerdem sei eine Ausbildung eine
Investition in die Zukunft eines jungen Menschen, für die der Einzelne und
nicht der Staat, also der Steuerzahler, gerade zu stehen habe. Studiengebühren
seien gerecht und sozial, weil damit die Allgemeinheit für die Ausbildung Weniger nicht belastet würde. Außerdem kämen die zusätzlichen Finanzmittel
den Universitäten zugute, was zu einer Verbesserung der Qualität der
Hochschulausbildung führe. Dagegen führen die
Gegner von Studiengebühren u. a. ins Feld, dass damit das für alle geltende
Recht auf Ausbildung verletzt würde. Nur Töchter und Söhne von reicheren
Eltern bekämen die Chance einer höheren Ausbildung, Kinder sozial Schwacher
seien vom sozialen Aufstieg ausgeschlossen. Die Bundesrepublik verstoße mit
diesem Gesetz gegen das demokratische Prinzip der Chancengleichheit und
befördere eine Entwicklung, die einen sozialen Aufstieg ausschließe und festschreibe, dass Arme arm und Reiche reich
blieben. Anfang 2008 kamen die
Studiengebühren wieder ins Gespräch. In Hessen versuchten SPD, Grüne und PDS
Wahlkampfpunkte mit der Abschaffung der Studiengebühren zu sammeln, während
sie dort, wo sie (mit-)regieren, an ihnen festhalten. CDU/CSU und FDP, die bei
anderer Gelegenheit nicht müde werden, über die mangelhafte Ausbildung
und ihre soziale Undurchlässigkeit zu lamentieren, halten weiterhin daran fest. Angesichts der
Finanznot der Länder wird wohl vom Prinzip der freien Ausbildung für jedermann, das seit
Generationen in Deutschland gegolten hat, nichts
mehr übrig bleiben. Die Ankündigung, dass die Studiengebühren den
Universitäten zugute kommen solle, zeigt erwartungsgemäß keine Wirkung. Von
einer Verbesserung der Studienbedingungen ist bis dato nichts zu hören. Befreiung
von Studiengebühren Die beschlossenen Studiengebühren
gelten für alle Studierende. Ausnahmen sind nur für einen kleinen Teil
vorgesehen, z.
B. für Studenten, die ein Kind pflegen und erziehen, das zu Beginn des
jeweiligen Semesters das zehnte Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Befreit
sind auch z. B. Erasmus-Studenten. Einzelheiten siehe unter:
http://www.stmwfk.bayern.de/Hochschule/befreiungen.aspx Darlehen Für deutsche Studenten und Studenten aus EU-Ländern gibt es zinsgünstige
Darlehen, die ohne Bonitätsprüfungen vergeben werden. Darlehensberechtigt sind die an einer staatlichen Hochschule in Bayern oder der
Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt immatrikuliert und
studienbeitragspflichtig sind. *EWR (Europäischer
Wirtschaftsraum) = EU-Staaten + Island, Liechtenstein und Norwegen Offizielle Seiten zu den Darlehen
http://www.studieren-in-bayern.de/darlehen.aspx